Zur Wiederaufnahme des Prozesses im Fall Oury Jalloh

BERLIN – Zur Wiederaufnahme des Prozesses im Fall Oury Jalloh vor dem Landgericht Magdeburg erklärt Monika Lüke, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland:

"Amnesty erwartet von der Neuauflage des Prozesses eine Aufklärung der Umstände des Todes von Oury Jalloh. Im ersten Verfahren vor dem Landgericht Dessau hatte das Gericht in der mündlichen Verhandlung das Aussageverhalten der beteiligten Polizeibeamten scharf kritisiert, das dem Gericht die Aufklärung unmöglich gemacht hätte. Allerdings wurde diese Kritik im Urteil nicht aufgegriffen.

Sollten die Todesursache und die Schuldfrage auch im neuen Verfahren nicht mehr aufgeklärt werden können, dann sollte das Gericht deutlich zum Ausdruck bringen, woran die Aufklärung gescheitert ist. Dann müsste die Polizei entsprechende Maßnahmen ergreifen, um eine Wiederholung zu vermeiden und die Ermittlungen der Polizei zu verbessern. Polizeiintern muss großer Wert darauf gelegt werden, dass die Polizei alles zur Aufklärung tut und nicht versucht, die Aufklärung zu behindern."

Im Bericht "Täter unbekannt: Mangelnde Aufklärung von mutmaßlichen Misshandlungen durch die Polizei in Deutschland" haben wir ab Seite 25 und 96 den ersten Prozess aufgearbeitet. Diesen finden Sie auf der Seite www.amnestypolizei.de. Im Kampagnenblog dokumentieren wir die relevanten Auszüge aus dem Bericht zum Fall Oury Jalloh.