Ein Gespräch über Gewalt, Fußball und Menschenrechte:
Nach Fan-Reaktionen auf die Amnesty-Kampagne gibt ein Interview mit Amnesty-Experte und Fußballfan Alexander Bosch Einblicke in ein schwieriges Thema.
Seit Jahren beklagen Fußball-Fans in Deutschland, dass Polizeieinsätze rund um Stadionbesuche immer wieder mit unverhältnismäßiger Gewalt durchgeführt werden. Auch hier können oft auf Grund fehlender individueller Kennzeichnung die beteiligten Polizisten nicht ermittelt werden, Verfahren werden eingestellt. Engagierte Fan-Bündnisse und -Projekte wie ProFans, Fansmedia oder das Bündnis Aktiver Fußballfans (BAFF) versuchen seit Jahren, die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zumachen. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat sich immer wieder zu Besorgnis erregenden Vorfällen rund um die Stadien geäußert. Jedoch: Das Thema „Fußball und Gewalt“ wird oft durch Bilder und Berichte von gewalttätigen „Fans“ und Hooligans geprägt.
Viele Fans finden jedoch, das diese kein reales Abbild der alltäglichen Fankultur darstellen. Fanbündnisse sehen ihre Aufgabe gerade darin, engagiert Gewalt zwischen Fans, gegen Polizeibeamte oder andere Ordnungskräfte in den Stadien mit gezielten Projekten und Maßnamen zu verhindern. Die öffentliche Diskussion zum Thema Gewalt im Fußball und die Kommunikation zwischen Fans und Polizei bleibt jedoch schwierig.