Polizeigewalt: Amnesty International bei Fan-Projekten in Kaiserslautern und Trier

Das Verhältnis zwischen Polizei und Fußballfans ist stark gestört. Mit Vorträgen im Rahmen der Kampagne zu Polizeigewalt in Deutschland versucht Amnesty International, in das Problemfeld „Polizeieinsätze im Fußball“ mehr Sachlichkeit hineinzutragen, und die Forderungen der Menschenrechtsorganisation (u.a. Kennzeichnungspflicht für Polizisten) gegenüber Fans zu erläutern. So zuletzt in Kaiserslautern und Trier. Wir blicken im Kampagnenblog zurück:

 

ZU GAST IN KAISERSLAUTERN

Auf Einladung der Fanszene Kaiserslautern und mit freundlicher Unterstützung des örtlichen Fanprojektes war Alexander Bosch als Vertreter von Amnesty International am 23.02.2011 zu Gast in Kaiserslautern, um dort über die aktuelle Kampagne „Mehr Verantwortung bei der Polizei“ zu informieren.

Rund 70 interessierte Zuhörer waren gekommen um in entspannter Atmosphäre dem Vortrag von Amnesty International zu folgen. Anschließend fand eine rege Diskussion statt, bei der auch das schwierige Verhältnis Fans-Polizei thematisiert wurde. Zum Abschluss bedankte sich Alexander Bosch noch einmal sehr herzlich bei den Fans aus Kaiserslautern für deren Einladung und die große Unterstützung der Kampagne.

SWR rlp 
Auch ein Kamerateam des SWR war in Kaiserslautern dabei. Update: Der Beitrag kann in der SWR-Mediathek leider nicht mehr abgerufen werden.

Die Fanszene Kaiserslautern hatte mit der Ultragruppe Frenetic Youth schon einmal mit Spruchbändern im Stadion und einem Infotag auf die Kampagne aufmerksam gemacht.

AMNESTY BEI TRIERER FANSZENE

Auch in Trier referierte Alexander Bosch (www.amnesty-polizei.de) vor rund 80  interessierten Fußballfans über die Kampagne. Auf Einladung des Fanprojekts Trier in Zusammenarbeit mit der Ultragruppe Insane Ultra war Amnesty International am 25.02.2011 eingeladen worden.

Natürlich stand auch hier im Mittelpunkt der Diskussion, wie Polizeieinsätze rund um die Stadien angemessen durchgeführt werden sollten. Fans in Trier hatten durch Berichte in ihrer Fanzeitschrift und durch Spruchbänder im Stadion auf die Kampagne aufmerksam gemacht. Alexander Bosch: Für die Einladung der Fans bedanke ich mich auch im Namen von Amnesty International. Es ist beeindruckend, wie breit die Unterstützung unserer Forderungen, vor allem der Kennzeichnungspflicht für Polizisten, bei den Fußballfans ist. Ganz persönlich hoffe ich, dass offene Austausch über das Problem rechtswidriger Polizeigewalt und die sachliche Vermittlung der Amnesty-Positionen auch einen Beitrag leistet, der das schwierige Verhältnis zwischen Fans und Polizei verbessert.  

5vier.de LogoIm Trier Nachrichtenportal 5vier.de wurde ausführlich berichtet. Das Verhältnis zwischen Fans und Polizei sei „nachhaltig gestört“, um so „beachtlicher“ sei die Einladung durch Ultras und Fans, die zu der Veranstaltung mit Amnesty International geführt hat. 5vier.de schreibt: Basis der gesamten Diskussion ist, dass der Polizei das staatliche Recht auf Gewalt obliegt. “Und das wollen wir auch gar nicht in Abrede stellen”, hält Bosch fest. “Wir fordern keinen grundsätzlichen Gewaltverzicht, das Monopol muss bei der Polizei sein. Was wir fordern ist, dass die Gewalt menschenrechtskonform sein muss und dafür ein institutioneller Rahmen geschaffen wird, der dies unterstützt und notfalls sanktioniert. Exzessive Gewalt muss verfolgt werden, egal von welcher Seite sie ausgeübt wird.”

Die Organisatoren legen dabei deutlichen Wert darauf, dass sie nicht als Gegner der Polizei im Allgemeinen wahrgenommen werden. “Bei uns beteiligen sich auch Polizeibeamte, die das Fehlverhalten ihrer Kollegen verurteilen. Wir verstehen uns als Partner der Polizei und wollen konstruktive Vorschläge zur Verbesserung konkreter Missstände machen.”

WEITERE AMNESTY-VORTRÄGE VOR FANS

Weitere Einladungen zu Vorträgen bei interessierten Fußballfans stehen im März an: Am 10. März in Jena (zusammen mit lokalen Fan-Initiativen) und am Tag darauf in beim Fan-Projekt Zwickau.

Terminhinweis im Blog