29.09.2010: Amnesty International bei Fussball-Fanclub „Coloniacs“ in Köln

"Treffer", Veranstaltungsort


Schon seit Langem stand ein Treffen zwischen Vertretern von Amnesty International und Fußball-Fans im Raum, bei denen es zu einem Austausch über rechtswidrige Polizeieinsätze im Fußball kommen sollte. Nun ist es endlich soweit!

Bei einem ersten Termin am 29.09.2010 ab 19.30 Uhr veranstalten die „Coloniacs“, der Ultrà-Fanclub des 1. FC Köln, gemeinsam mit der Amnesty-Themengruppe „Polizei und Menschenrechte“ einen Infoabend zum Thema „Das Spannungsfeld zwischen Fußballfans und Polizei“. Ort der Veranstaltung ist der „Treffer“ hinter der Müngersdorfer Nordkurve, der Eintritt ist frei.

Alexander Bosch, Sprecher der Themengruppe und selbst Fußballfan, wird einen Vortrag zum Konflikt zwischen Fußballfans und Polizei sowie die Arbeit von Amnesty International zum Thema Polizei und Menschenrechte halten. Natürlich steht dabei der Bericht „Täter unbekannt“ und die aktuelle Kampagne „Mehr Verantwortung bei der Polizei“ und im Vordergrund, und deren Forderung zur Wahrung der Menschenrechte durch mehr Transparenz und Verantwortung bei der Polizeiarbeit  – gerade auch im Zusammenhang mit Einsätzen bei Fußballspielen. Eine Publikumsdiskussion schließt den Infoabend ab. Weitere Informationen in der Veranstaltungsankündigung der Coloniacs

Im Kampagnenblog hatten wir schon mehrfach das problematische Verhältnis zwischen Polizei und Fans thematisiert, unter anderem auch in einem Interview mit Alexander Bosch

 

Fans unterstützen Amnesty-Kampagne

Der Ultrà-Fanclub Coloniacs unterstützt die Forderungen der Amnesty-Kampagne nach Kennzeichnungspflicht und unabhängigen Untersuchungen. Auch andere Fanclubs und Initiativen wie Fansmedia oder das Bündnis Aktivier Fußballfans (BAFF) engagieren sich seit Jahren gegen rechtswidrige Polizeieinsätze bei Fußballspielen und für ein besseres Verhältnis zwischen Fans und Ordnungshütern. Auch die Coloniacs und der Dachverband der aktiven Fanclubs des 1. FC Köln beklagen: Spieltag für Spieltag geraten Polizei und Fans aneinander und die Gewaltspirale dreht sich nahezu unaufhörlich weiter. Hieran sind sicher beide Seiten nicht ganz unschuldig und Feindbilder verfestigen sich mehr und mehr in den Köpfen aller Beteiligten. In der Öffentlichkeit wird jedoch meist nur die Seite der Polizei wahrgenommen. Sie können sich dementsprechend erlauben, was sie wollen und genießen an Spieltagen scheinbar Narrenfreiheit, die verheerende Folgen hat. Darüber wird kaum berichtet und die Sichtweise von uns Fans wird meist ausgeblendet. In Unkenntnis der Gegenperspektive ist es nicht verwunderlich, dass keine gesellschaftliche Debatte um die Probleme von Fußballfans mit der Polizei stattfindet. Mit der Veranstaltung am 29.09.2010 hoffen wir, einen für beide Seiten positiven Impuls für ein besseres Verhältnis zwischen Fans und Polizisten und für die Einhaltung menschenrechtlicher Standards durch die Polizei zu geben. Mehr Transparenz und Verantwortung durch Kennzeichnungspflicht und unabhängige Untersuchungen von Misshandlungsvorwürfen würde dazu einen wichtigen Beitrag leisten. 

 

Weitere Termine bei Fans stehen an

Die Amnesty-Kampagne „Mehr Verantwortung bei der Polizei“ wird auch bei weiteren Fanclubs vor Ort sein um mit den Fans ins Gespräch zu kommen. Auch bei der Fan-Demonstration am 9.10.2010 in Berlin ist Amnesty mit einem Infostand präsent. 

Webseite der Coloniacs 

Foto oben: Veranstaltungsort „Treffer“, Köln. Quelle: Coloniacs